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Schimmelallergie: Symptome, Sporen im Freien und Schimmel in der Wohnung

Beschlagene Scheiben eines alten Sprossenfensters mit hellem Vorhang an einem kühlen Tag
Foto: Ozgu Ozden · Unsplash

Bei einer Schimmelallergie (Schimmelpilzallergie) reagiert das Immunsystem auf eingeatmete Sporen und Bestandteile von Schimmelpilzen. Allergologisch wichtig sind vor allem Alternaria, Cladosporium, Aspergillus und Penicillium2. Draußen fliegen die meisten Sporen im Spätsommer und Frühherbst; ganzjährige Beschwerden deuten eher auf Schimmel in der Wohnung hin1.

Hier erfährst du, woran du eine Schimmelallergie erkennst, was bei Schimmel in der Wohnung zu tun ist, was verschimmeltes Essen damit zu tun hat und wie Gastgeber ein Gästezimmer vorbereiten.

Welche Schimmelpilze lösen eine Schimmelallergie aus?

Von schätzungsweise einer Million Schimmelpilzarten gelten rund 350 als potenziell allergieauslösend1. Die wichtigsten Gattungen für Allergien sind2:

  • Alternaria, zum Beispiel Alternaria alternata
  • Cladosporium, zum Beispiel Cladosporium herbarum
  • Aspergillus, zum Beispiel Aspergillus fumigatus
  • Penicillium

Als Hauptauslöser gelten Arten aus der Außenluft wie Alternaria1. Sporen sind aber auch in Innenräumen immer vorhanden; wachsen können Schimmelpilze dort nur auf feuchten Oberflächen4. Fachleute schätzen, dass etwa jede zehnte Wohnung mit Feuchte und Schimmel zu kämpfen hat1.

Mikroskopaufnahme von Pilzfäden mit keulenförmigen, gekammerten Sporen von Alternaria alternata
Sporen von Alternaria alternata unter dem Mikroskop; Alternaria gilt als wichtigster Auslöser unter den Schimmelpilzen der Außenluft. Foto: Vanluubio, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Wann fliegen Schimmelpilzsporen?

In der Außenluft ist die Sporenkonzentration im Spätsommer und Frühherbst am höchsten, besonders bei wechselnd heißem und feucht-kühlem Wetter1. Beschwerden zwischen Juli und September können deshalb auch von Schimmelpilzen statt von Pollen kommen1.

  • Nach Regen werden die Beschwerden oft stärker, in langen Schönwetterphasen besser1.
  • An windigen, trockenen Tagen werden viele Sporen aufgewirbelt1.
  • Viel Kontakt gibt es bei Gartenarbeit mit welkem Laub und Kompost13.

Schimmel in Innenräumen verursacht eher ganzjährige Beschwerden, oft mit Spitzen im Frühjahr und zu Beginn der Heizperiode2.

Welche Symptome hat eine Schimmelallergie?

Typisch sind Niesen, Schnupfen, gereizte Augen, Husten und allergisches Asthma31. Manche Betroffene berichten zusätzlich über Müdigkeit oder Kopfschmerzen3.

Seltener sind verzögerte Formen wie die exogen-allergische Alveolitis, eine Entzündung des Lungengewebes, oder die allergische bronchopulmonale Aspergillose13. Stärker gefährdet sind Menschen mit Asthma, Mukoviszidose, schwer behandelbarer Nasennebenhöhlenentzündung oder geschwächtem Immunsystem1.

Bei schwerer Atemnot gilt: Notruf 112.

Wie wird eine Schimmelallergie festgestellt und behandelt?

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Wohnung, Beruf, Freizeit und den zeitlichen Verlauf der Beschwerden1. Ähnliche Symptome machen auch Hausstaubmilben sowie Gräser- und Kräuterpollen, deshalb ist die Abgrenzung wichtig1.

  • Haut- und Bluttests gibt es nur für einige Schimmelarten; bei widersprüchlichen Ergebnissen kann ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht nötig sein1.
  • Ein Antikörpernachweis allein beweist keine Erkrankung, weil auch Gesunde solche Antikörper haben können1.
  • Teure Umweltgutachten der Wohnung sind für die medizinische Diagnose laut Fachleuten weder nötig noch aussagekräftig1.

Behandelt wird mit den üblichen Allergiemedikamenten. Eine Hyposensibilisierung ist möglich, ihre Wirksamkeit ist aber nur für Alternaria alternata und Cladosporium herbarum belegt1. Ist die Wohnung befallen, gehört die gründliche Sanierung zur Therapie1.

Schimmel in der Wohnung: Was tun bei einer Schimmelallergie?

Schimmel wächst nur, wo es feucht ist. Deshalb muss neben dem Befall immer auch die Feuchtequelle beseitigt werden, sonst kommt er zurück54.

  • Kleinen, oberflächlichen Befall, als Beispiel unter 0,5 Quadratmetern, kann man selbst entfernen — aber nicht, wer auf Schimmel allergisch ist, chronische Atemwegserkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem hat5.
  • Größeren Befall sollte immer eine Fachfirma sanieren; Maßstab ist der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamts von 201757.
  • Versteckter Befall hinter Schränken oder in abgehängten Decken fällt oft zuerst durch muffigen Geruch auf4.

Vorbeugen

  • Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent halten; ein einfaches Hygrometer hilft6.
  • Im Winter zwei- bis dreimal täglich etwa fünf Minuten stoßlüften, nach Duschen und Kochen sofort6.
  • Dauerhaft gekippte Fenster vermeiden und Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen6.
  • Große Möbel mit 5 bis 10 Zentimetern Abstand zur Außenwand aufstellen3.

Verschimmeltes Essen: Was hat das mit der Allergie zu tun?

Verschimmelte Lebensmittel sind vor allem wegen Schimmelpilzgiften (Mykotoxinen) ein Problem, für alle Menschen8. Das ist etwas anderes als die Allergie gegen eingeatmete Sporen.

  • Verschimmeltes Brot gehört komplett in den Müll, weil sich das Pilzgeflecht durch das ganze Brot ziehen kann, auch wenn nur eine Stelle sichtbar ist8.
  • Bei Schimmelallergie raten Fachleute teils zusätzlich, schimmelpilzhaltige Lebensmittel wie Schimmelkäse, Salami, vergorene Getränke oder Fruchtsäfte zu meiden. Durch Studien belegt ist der Nutzen nicht1.
  • Nesselsucht durch belastete Lebensmittel kommt bei Schimmelallergie selten vor1.

Ob jemand Edelschimmelkäse oder Salami meidet, ist also eine persönliche, ärztlich besprochene Entscheidung. Für Gastgeber heißt das: kurz nachfragen statt raten.

Besuch mit Schimmelallergie: Wie bereite ich das Gästezimmer vor?

Am wichtigsten ist ein trockenes, gut lüftbares Zimmer ohne Schimmelquellen. Das meiste lässt sich vor dem Besuch erledigen.

  • Prüfen: Gästezimmer und Bad auf Stockflecken absuchen, auch hinter Schränken, an Fliesenfugen und Holzverkleidungen31.
  • Ausräumen: Zimmerpflanzen, Zimmerspringbrunnen und Luftbefeuchter aus dem Gästezimmer nehmen31.
  • Lüften: Ein Zimmer und Bad anbieten, die sich gut lüften lassen9. Morgens nach dem Aufstehen 5 bis 10 Minuten bei weit offenem Fenster lüften6.
  • Haushalt: Feuerholz nicht im Wohnraum lagern, feuchte Dinge nicht in Schränke räumen, Biomüll und Kompost regelmäßig leeren1.
  • Garten: Laubrechen oder Kompostarbeiten nicht gemeinsam mit dem Gast planen1.
  • Küche: Fragen, ob Schimmelkäse, Salami oder vergorene Getränke gemieden werden1.

Häufige Fragen

Wann ist die Schimmelsporen-Saison?

Im Freien fliegen die meisten Sporen im Spätsommer und Frühherbst1. Schimmel in der Wohnung kann das ganze Jahr Beschwerden machen1.

Ist schwarzer Schimmel gefährlicher als anderer?

Nicht automatisch. Schimmel kommt in vielen Farben vor, und die Farbe sagt wenig über das Risiko aus3.

Darf ich Schimmel selbst entfernen, wenn ich allergisch bin?

Nein. Wer auf Schimmelpilze allergisch reagiert, sollte das laut Umweltbundesamt nicht selbst tun5.

Brauche ich für die Diagnose eine Schimmelmessung in der Wohnung?

Für die medizinische Diagnose nicht; solche Gutachten sind dafür laut Fachleuten weder nötig noch aussagekräftig1. Für die Sanierung kann eine Fachfirma sinnvoll sein5.

Darf ich mit Schimmelallergie Schimmelkäse essen?

Manche Fachleute raten davon ab, belegt ist der Nutzen des Verzichts aber nicht1. Besprich das am besten mit deiner Allergologin.

So steht es im Pass

Steht im Pass unter „Gut zu wissen“, zusammen mit Umgebung, Tieren und Material. Daneben steht, wie stark die Reaktion ist:

  • leichtnur Unwohlsein, keine Gefahr
  • mitteldeutliche Reaktion
  • schwerstarke Reaktion, Arzt nötig
  • anaphylaktischlebensbedrohlich, Notfallset dabei

Quellen

  1. Allergieinformationsdienst, Helmholtz Munich: Schimmelallergie – ungesunder Pilz. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  2. Allergieinformationsdienst, Helmholtz Munich: Allergene aus der Luft (Inhalationsallergene). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  3. Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB): Schimmelpilz. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  4. Umweltbundesamt: Schimmel in Innenräumen. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  5. Umweltbundesamt: Was tun bei Schimmel in meiner Wohnung?. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  6. Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? – Tipps und Tricks zur Schimmelvermeidung. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  7. Umweltbundesamt: Aktueller UBA-Schimmelleitfaden. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  8. Verbraucherzentrale: Brot und Brötchen: Haltbarkeit und Lagerung. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  9. Allergieinformationsdienst, Helmholtz Munich: Reisen mit Allergien – Tipps und Infos zur guten Vorbereitung. Abgerufen am 18. Oktober 2026.

Stand: 18. Oktober 2026. Recherchiert aus den genannten Quellen, nicht ärztlich begutachtet.

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