Wissen · Hauptallergene nach LMIV

Lupinenallergie: versteckte Lupine, Erdnuss-Kreuzallergie, Kennzeichnung

Blau-weiß blühende Lupinen vor einem unscharfen grünen Hintergrund
Foto: ju demu · Unsplash

Bei einer Lupinenallergie reagiert das Immunsystem auf Eiweiße aus den Samen der Lupine, einer Hülsenfrucht. Lupinenmehl und Lupineneiweiß stecken zunehmend in Backwaren, Fleisch- und Milchersatz, Aufstrichen und Proteinprodukten1. Besonders aufpassen müssen Menschen mit Erdnussallergie: Etwa jeder fünfte von ihnen reagiert auch auf Lupinen1.

Die Lupine gehört zu den 14 Hauptallergenen der EU und ist seit Ende 2007 kennzeichnungspflichtig34. Wer für Betroffene kocht, findet sie also im Zutatenverzeichnis, wenn man weiß, wo man suchen muss.

Was ist die Lupine, und wo steckt sie drin?

Lupinen kennt man als Gartenblumen, ihre Samen werden aber auch als Lebensmittel genutzt2. Gezüchtete Süßlupinen sind reich an Eiweiß und Ballaststoffen2. Deshalb kommt Lupine dort zum Einsatz, wo Eiweiß ohne Soja, Milch oder Gluten gefragt ist.

Lupinenmehl, -eiweiß, -kleie und -schrot findest du unter anderem in:

  • glutenfreien Backmischungen und Backwaren: Dort können bis zu 15 % Lupinenmehl enthalten sein, üblich sind 5 bis 10 %2
  • Brot, Gebäck und Süßwaren1
  • Fleisch-, Milch-, Ei- und Sojaersatz1
  • Aufstrichen, Joghurt- und Eisalternativen, Saucen und Nudeln1
  • Proteinpulvern, Pflanzendrinks und Kaffeeersatz1

Manchmal wird Lupine nur in sehr kleinen Mengen zugesetzt, etwa als Emulgator. Gekennzeichnet werden muss sie auch dann12.

Getrocknete Hülsen der Weißen Lupine mit einzelnen runden, hellen Samen auf weißem Grund
Hülsen und Samen der Weißen Lupine: Aus den Samen werden Lupinenmehl und Lupineneiweiß hergestellt. Foto: Roger Culos, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Warum reagieren Erdnussallergiker oft auf Lupine?

Lupine und Erdnuss sind beide Hülsenfrüchte mit ähnlichen Eiweißen. Die allergieauslösenden Lupineneiweiße können mit Allergenen aus Erdnuss, Soja, grünen Bohnen und Erbsen kreuzreagieren2.

Nach aktuellem Stand reagiert etwa jeder fünfte Erdnussallergiker auf Lupinen, und Art und Schwere der Beschwerden ähneln denen bei Erdnuss1. Ältere Untersuchungen, auf die sich die EU 2006 stützte, gingen sogar von einem Kreuzallergierisiko von 30 bis 60 % aus3. Eine Lupinenallergie kann aber auch ohne vorherige Erdnussallergie entstehen1.

Mehr zu den Verwandten findest du unter Erdnuss, Soja und Hülsenfrüchte.

Welche Symptome hat eine Lupinenallergie?

Die Beschwerden reichen von Juckreiz im Mund, Fließschnupfen und Bindehautentzündung über Schwellungen, Nesselsucht, Bauchschmerzen und Übelkeit bis zu Atemnot und anaphylaktischem Schock2. In Einzelfällen genügten wenige hundert Milligramm für eine Reaktion2. Auch das Einatmen von Lupinenmehl kann Atembeschwerden auslösen2.

Berichte über Anaphylaxie sind seltener als bei Erdnuss, vermutlich weil Lupine bisher weniger verbreitet ist1. In Frankreich stand Lupine zeitweise an vierter Stelle der Lebensmittel, die anaphylaktische Reaktionen auslösten2. Mit der wachsenden Verwendung rechnet das BfR mit mehr allergischen Reaktionen1.

Seit wann ist Lupine kennzeichnungspflichtig?

Seit Dezember 2007. Mit der Richtlinie 2006/142/EG nahm die EU Lupinen und Lupinenerzeugnisse in die Liste der Zutaten auf, die immer angegeben werden müssen; ab dem 23. Dezember 2007 durften so gekennzeichnete Lebensmittel verkauft werden, ab dem 23. Dezember 2008 war der Verkauf nicht gekennzeichneter Ware verboten3.

Heute regelt das die Lebensmittelinformations-Verordnung: Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse stehen ohne Ausnahme in Anhang II und werden im Zutatenverzeichnis hervorgehoben4. Die Pflicht gilt auch für lose Ware, etwa an der Bäckertheke oder im Restaurant14.

Achte im Zutatenverzeichnis auf Begriffe wie Lupinenmehl, Lupineneiweiß, Lupinenprotein, Lupinenschrot oder Süßlupine.

Worauf muss ich achten, wenn ich für jemanden mit Lupinenallergie koche?

Lupine versteckt sich vor allem in Produkten, die als Alternative beworben werden. Hinweise wie „glutenfrei“, „vegan“ oder „sojafrei“ sagen nichts darüber, ob Lupine enthalten ist.

  • Prüf glutenfreies Brot und Backmischungen, vegane Burger und Würstchen, Proteinpulver, Pflanzendrinks und Kaffeeersatz besonders genau12.
  • Lupine ist im Zutatenverzeichnis hervorgehoben, auch in kleinen Mengen14.
  • Hat dein Gast eine Erdnussallergie, frag nach, ob Lupine vertragen wird1.
  • Heb die Verpackungen auf, damit dein Gast selbst nachlesen kann.
  • Bei Gästen mit Zöliakie und Lupinenallergie zugleich: Glutenfreies Gebäck ohne Lupine gezielt aussuchen statt das erste glutenfreie Produkt zu nehmen.

In Bäckerei und Restaurant

Auskunft über Lupine ist auch bei unverpackten Speisen Pflicht4. Frag besonders beim glutenfreien und veganen Angebot nach, denn dort kommt Lupine am ehesten vor.

Wann ist eine Lupinenallergie ein Notfall?

Alarmzeichen sind plötzliche Heiserkeit, Keuchen oder Atemnot, Beschwerden an zwei Organen gleichzeitig oder Bewusstlosigkeit6. Dann zuerst den ärztlich verordneten Adrenalin-Autoinjektor in den äußeren Oberschenkel geben und danach den Notruf 112 wählen, Stichwort „schwere allergische Reaktion“6.

Bei Atemnot sitzend lagern, sonst flach hinlegen, Bewusstlose mit eigener Atmung in die stabile Seitenlage bringen6. Nach einer schweren Reaktion wird eine Beobachtung im Krankenhaus empfohlen, weil Beschwerden nach Stunden zurückkehren können6.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Erdnussallergie auch Lupine meiden?

Nicht automatisch, aber es sollte abgeklärt werden: Etwa jeder fünfte Erdnussallergiker reagiert auch auf Lupinen1. Bis dahin ist Vorsicht bei lupinenhaltigen Produkten sinnvoll.

Wird Lupine durch Backen verträglicher?

Darauf ist kein Verlass. Hohe Temperaturen können das allergene Potenzial senken, wie stark, ist aber kaum untersucht1. Der DAAB beschreibt den Auslöser als hitzestabil, und schon kleine Mengen können stark wirken5.

Sind Lupinen auch giftig?

Bitterlupinen enthalten Alkaloide, die zu Vergiftungen führen können; das hat mit der Allergie nichts zu tun1. Das BfR rät, Bitterlupinen nur nach ausreichender Entbitterung zu verwenden1.

Ist Lupine in glutenfreien Produkten gekennzeichnet?

Ja. Lupine muss in jedem Lebensmittel im Zutatenverzeichnis stehen und hervorgehoben werden, auch in kleinen Mengen14.

Zusammenhänge

  • Häufig zusammen mit: Erdnüsse. Erdnuss ist eine Hülsenfrucht. Etwa jede oder jeder Fünfte mit Erdnussallergie reagiert auch auf Lupine; Soja und Baumnüsse nur im Einzelfall.

Nur ein Hinweis auf häufige Zusammenhänge — keine Diagnose.

So steht es im Pass

Steht im Pass unter „In der Küche wichtig“ und in der Kurzfassung bei „Nicht essen“. Daneben steht, wie stark die Reaktion ist:

  • leichtnur Unwohlsein, keine Gefahr
  • mitteldeutliche Reaktion
  • schwerstarke Reaktion, Arzt nötig
  • anaphylaktischlebensbedrohlich, Notfallset dabei

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Alkaloide und Allergien: Aktuelle Datenlage zu gesundheitlichen Risiken durch Lupinensamen in Lebensmitteln (Stellungnahme 035/2025). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Allergie durch Lupineneiweiß in Lebensmitteln (Stellungnahme 039/2011). Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  3. Europäische Union, EUR-Lex: Richtlinie 2006/142/EG der Kommission zur Änderung des Anhangs III a der Richtlinie 2000/13/EG. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  4. Europäische Union, EUR-Lex: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV), Art. 21, Art. 44 und Anhang II. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  5. Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB): Auslöser von A–Z. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  6. Allergieinformationsdienst, Helmholtz Munich: Wie wird eine Anaphylaxie behandelt?. Abgerufen am 18. Oktober 2026.

Stand: 18. Oktober 2026. Recherchiert aus den genannten Quellen, nicht ärztlich begutachtet.

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